ZECKENALARM IM GARTEN: SO SCHÜTZT DU DICH BEIM GÄRTNERN!

Zecken sind keine aktiven Jäger, sondern warten in der Vegetation, bis ein Wirt vorbeistreift. Im Garten bedeutet dies, dass sie sich oft in kniehohem Gras, in Bodendeckern oder auf niedrigen Sträuchern befinden. Der Schutz basiert auf drei Säulen: einer physischen Barriere durch die richtige Kleidung, der Reduzierung des direkten Kontakts durch achtsames Verhalten und der sofortigen Entfernung nach der Gartenarbeit. Das Risiko einer Infektion mit Borreliose oder FSME steigt mit der Dauer des Saugvorgangs, weshalb die sofortige Kontrolle und Entfernung essenziell ist.

Mit einfachen Tricks lässt sich die Gefahr einer Zeckenbegegnung im eigenen Garten auf ein Minimum reduzieren.

1. Die Richtige Kleidung: Lang, Dicht und Hell

Auch wenn die Versuchung groß ist, bei sommerlicher Hitze in kurzer Kleidung zu arbeiten, sollte im Garten der pragmatische Schutz Priorität haben.

  • Lange Hosen und Ärmel: Lange Hosen und langärmelige Oberteile sind die erste Verteidigungslinie. Ideal sind Kleidungsstücke aus glattem, dicht gewebtem Stoff, da Zecken darauf weniger Halt finden.
  • Geschlossene Schuhe: Geschlossene Schuhe am besten feste Stiefel oder Turnschuhe sind Pflicht. Auf Sandalen sollte beim Arbeiten im Beet unbedingt verzichtet werden.
  • Helle Kleidung: Trage helle Kleidung weiß oder beige. Zecken sind dunkel und lassen sich auf hellem Untergrund leichter und schneller entdecken, bevor sie eine unbemerkte Einstichstelle finden.
  • Hosen in die Socken: Um eine lückenlose Barriere zu schaffen, sollten die Hosenbeine in die Socken gesteckt werden. Dies mag unmodisch sein, verhindert aber, dass Zecken an der Haut entlang nach oben krabbeln können.

2. Der Geheimtipp: Klebeband um die Knöchel

Dieser einfache Trick ist eine hochwirksame und kostengünstige Zeckenfalle.

  • Die Barriere: Zecken krabbeln fast immer von unten, von den Füßen und Knöcheln, an der Kleidung hoch.
  • Die Falle: Wickele ein Stück doppelseitiges Klebeband um die Knöchel, und zwar dort, wo die Hose in die Socken gesteckt wird. Die kleinen Krabbler bleiben einfach am Klebeband haften, bevor sie die Haut erreichen können.
  • Anwendung: Diese Zeckenbarriere ist unsichtbar unter einer leichten Hose und bietet einen überraschend hohen Schutzgrad.

3. Langsam und Aufmerksam Bewegen

Dein Verhalten im Garten beeinflusst maßgeblich das Zeckenrisiko.

  • Achtsames Gärtnern: Vermeide es, achtlos durchs hohe Gras zu stapfen oder dich unbedacht durch dichte Sträucher oder Bodendecker zu beugen. Dies sind die bevorzugten Lauerplätze der Zecken.
  • Sitzposition: Setze dich nicht einfach ins Gras oder auf den feuchten Boden. Nutze stattdessen Gartenhocker oder Decken und meide schattige, feuchte Bereiche für Ruhepausen.
  • Aufräumarbeiten: Halte den Rasen in der Nähe der Terrassen und Sitzflächen kurz. Entferne Laub und Unrat aus diesen Bereichen, da dies die Verstecke der Zecken reduziert.

4. Repellents als Zusätzlicher Schutzschild

In Gebieten mit bekanntermaßen hoher Zeckengefahr kann ein zeckenabweisendes Mittel die Schutzmaßnahmen sinnvoll ergänzen.

  • Zeckenspray: Sogenannte Repellents auf Basis der Wirkstoffe Icaridin oder DEET bieten eine zusätzliche Schutzschicht, indem sie Zecken durch ihren Duft abschrecken.
  • Anwendung: Sprühe das Mittel auf unbedeckte Hautpartien und die Ränder der Kleidung Ärmelenden, Hosenbund. Achte darauf, dass du hautverträgliche Produkte wählst und die Anwendungshinweise genau beachtest.

5. Nach dem Gärtnern: Die Gründliche Kontroll-Routine

Die wichtigste Maßnahme ist die sofortige und gründliche Kontrolle deines Körpers nach Beendigung der Gartenarbeit. Je schneller eine Zecke entfernt wird, desto geringer ist das Infektionsrisiko.

  • Sofortige Kontrolle: Wechsle die Kleidung am besten direkt draußen oder in einem Raum, in dem Zecken keinen neuen Wirt finden können. Untersuche die getragene Kleidung.
  • Körperabsuchung: Suche deinen gesamten Körper sorgfältig ab. Zecken bevorzugen warme, weiche und feuchte Stellen:
    • Kniekehlen und Leistenbereich
    • Achselhöhlen
    • Nacken und Haaransatz
    • Hinter den Ohren
  • Korrekte Entfernung: Verwende eine Zeckenzange oder eine Zeckenkarte und entferne die Zecke vorsichtig und langsam, indem du sie möglichst hautnah fasst und gerade herausziehst, ohne sie zu quetschen oder zu drehen. Beobachte die Stichstelle in den folgenden Wochen auf Rötungen oder Schwellungen.

Fazit: Vorbereitung und Achtsamkeit Schaffen Sicherheit

Die Zeckengefahr im Garten ist real, aber sie sollte die Freude an der Gartenarbeit nicht trüben. Zeckenschutz ist kein Hexenwerk, sondern eine Kombination aus bewusster Vorbereitung und achtsamem Verhalten.

Mit einfacher langer Kleidung, dem Trick mit dem Klebeband und einer konsequenten Kontroll-Routine nach jedem Aufenthalt im Freien senkst du das Risiko auf ein Minimum. Bleibe wachsam, aber entspannt – dann kannst du das befriedigende Gefühl, etwas mit den eigenen Händen geschaffen zu haben, in vollen Zügen genießen. Schuhe an, Hose lang, Klebeband nicht vergessen – und ab in den sicheren Garten!

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