SO PFLEGST DU DEINE KRÄUTER: NEUN TIPPS FÜR GESUNDES UND KRÄFTIGES WACHSTUM

Regelmäßiges Zurückschneiden ist der Schlüssel für eine reiche Ernte, denn es signalisiert der Pflanze, dass sie mehr Energie in die Bildung neuer Blätter und Triebe stecken soll, anstatt in die Samenbildung. Die korrekte Schnittmethode variiert jedoch von Pflanze zu Pflanze, abhängig von ihrer Wuchsform und ihrem Lebenszyklus.

1. Basilikum (Ocimum basilicum): Frisch und Aromatisch Halten

Basilikum ist ein Starkzehrer, der schnell in die Höhe schießt und blüht.

  • Schnittregel: Schneide alle ein bis zwei Wochen die Spitzen der Triebe mit einem scharfen Messer oder einer Schere ab. Schneide dabei immer oberhalb eines Blattpaares oder Blattknotens.
  • Ziel: Dies verhindert die Blütenbildung (Schossen). Sobald Basilikum blüht, produziert es weniger Blätter und der Geschmack wird oft bitter. Das konsequente Entfernen der Spitzen regt die Verzweigung und somit ein buschiges, aromatisches Wachstum an.

2. Minze (Mentha): Kontrolle Behalten und Aroma Sichern

Minze ist ein aggressiver Wucherer, der sich über Wurzelausläufer schnell im Garten ausbreitet.

  • Schnittregel: Schneide alle zwei bis drei Wochen großzügig zurück. Bei Topfkulturen ist dies besonders wichtig, um das Auswuchern zu verhindern und die Pflanze zu kontrollieren. Schneide die Stiele bis auf wenige Zentimeter über dem Boden ab.
  • Ziel: Die regelmäßige Ernte fördert buschiges Wachstum und verhindert, dass die Pflanze verholzt. Die jungen, frischen Blätter sind deutlich aromatischer.

3. Oregano (Origanum vulgare): Für eine Volle, Kräftige Pflanze

Oregano neigt dazu, sparrig zu wachsen, wenn er nicht regelmäßig getrimmt wird.

  • Schnittregel: Fördere den Strauch durch Trimmen alle zwei bis drei Wochen. Schneide ganze Triebe zurück und ernte die oberen Drittel der Äste.
  • Ziel: Regelmäßiger Schnitt führt zu einer dichteren, voluminöseren Pflanze. Die abgeschnittenen Äste lassen sich hervorragend in der Küche verwenden oder zum Trocknen aufhängen, was sein Aroma noch intensiviert.

4. Thymian (Thymus vulgaris): Neue Triebe Anregen

Thymian verholzt leicht und die alten, holzigen Teile treiben kaum neu aus.

  • Schnittregel: Der beste Zeitpunkt für einen Rückschnitt ist nach der Hauptblüte. Entferne die Spitzen über einem Blattknoten, achte aber darauf, niemals ins alte, verholzte Holz zu schneiden, da die Pflanze dort nur schwer wieder austreibt.
  • Ziel: Der Schnitt regt frische, junge Triebe an und hält die Pflanze vital und aromatisch.

5. Rosmarin (Salvia rosmarinus): Form und Kraft Bewahren

Rosmarin ist ein robuster Halbstrauch, der ohne Schnitt schnell ungeformt und verholzt wirkt.

  • Schnittregel: Schneide ihn im Frühjahr und Sommer regelmäßig, um ihn kompakt zu halten. Schneide auch hier nie ins alte, braune Holz, sondern immer nur in die grünen oder leicht verholzten Teile.
  • Ziel: Ein regelmäßiger, leichter Schnitt bewahrt die attraktive Form des Strauchs und fördert kräftiges Weiterwachstum aus der Mitte heraus.

6. Koriander (Coriandrum sativum): Ernte Verlängern und Schossen Verhindern

Koriander ist eine kurzlebige Pflanze, die bei Hitze schnell blüht (schosst), was das Ende der Blatterne bedeutet.

  • Schnittregel: Ernte die Spitzen und äußeren Blätter alle ein bis zwei Wochen vor der Blüte. Bei warmer Witterung ist dies besonders wichtig.
  • Ziel: Das Abschneiden der Triebe verzögert die Samenbildung und verlängert die Zeitspanne, in der du frische, aromatische Blätter ernten kannst.

7. Petersilie (Petroselinum crispum): Nachwuchs Fördern

Petersilie ist ein zweijähriges Kraut, das in der ersten Saison geerntet wird.

  • Schnittregel: Wenn die Stiele etwa zehn Zentimeter hoch sind, kürze die äußeren Blätter tief am Ansatz ab. Lasse die inneren Triebe in der Mitte stehen.
  • Ziel: Indem du die äußeren, reifen Blätter entfernst, förderst du das Wachstum neuer, zarter Triebe aus der Mitte und verhinderst, dass die Pflanze in die Höhe schießt.

8. Schnittlauch (Allium schoenoprasum): Für Immer Frischen Geschmack

Schnittlauch wächst in Horsten und wird durch den Schnitt immer wieder neu angeregt.

  • Schnittregel: Schneide alle zwei Wochen den oberen Bereich in Büscheln ab, sobald die Halme etwa 15 Zentimeter hoch sind. Schneide die Halme bis auf wenige Zentimeter über dem Boden ab, idealerweise etwa drei bis fünf Zentimeter.
  • Ziel: Dies regt neues, gleichmäßiges Wachstum an. Wenn er blüht, sollten die Blütenstiele ebenfalls abgeschnitten werden, um die Kraft in die Halme zu lenken und das beste Aroma zu erhalten.

9. Estragon (Artemisia dracunculus): Das Aroma Bewahren

Estragon verliert seinen feinen Geschmack, sobald er seine Energie in die Blütenbildung steckt.

  • Schnittregel: Entferne blühende Knospen oder Blütenansätze sofort, sobald sie erscheinen. Ein genereller Rückschnitt auf etwa die Hälfte der Höhe sollte im Frühsommer erfolgen.
  • Ziel: Dies intensiviert den einzigartigen Geschmack des Krauts und motiviert die Pflanze, weiterhin aromatische Blätter zu produzieren.

Fazit: Liebe, Konsequenz und das Richtige Werkzeug

Regelmäßiges Schneiden ist die beste Pflege, die du deinen Küchenkräutern schenken kannst. Es hält sie kompakt, gesund und aromatisch. Mach es dir einfach: Erstelle einen regelmäßigen Schnittplan und nutze die abgeschnittenen Kräuter sofort in der Küche oder konserviere sie durch Trocknen oder Einfrieren.

Mit Liebe, Konsequenz und dem Wissen um die spezifischen Bedürfnisse jeder Pflanze wächst dein Kräutergarten prächtig und versorgt dich lange mit frischen, aromatischen Zutaten. Ein scharfes Werkzeug Schere oder Messer ist dabei essenziell, um die Pflanzen nicht unnötig zu quetschen oder zu verletzen.

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